| Weiter unten auf dieser Seite können Sie einigen der führenden Ashtanga Yoga-Lehrer (z. B. Manju Pattabhi Jois, David Williams, David Swenson, Richard Freeman, Tim Miller, Chuck Miller, Maty Ezraty und Sharath Rangaswamy) beim Üben zusehen (es muss bei Ihnen nicht so aussehen! Vgl. auch Modifikationen und Verrenkungen). Das Ashtanga Yoga, von dem wir hier sprechen, ist weniger die Philosophie des Patanjali als ein indisches Hatha-Yoga-System (Yoga-Stellungen/Asanas und Atemkontrolle/Pranayama), das heute z. B. im Ashtanga Yoga Nilaya in Mysore, Indien gelehrt wird, von der Tochter und dem Enkel des Gründers des Ashtanga Yoga Research Institute (Shri K. Pattabhi Jois), Saraswathi und Sharath Rangaswamy. Diese Methode des Yoga bedeutet u. a., den Atem zu synchronisieren mit festgelegten Serien von Asanas. Sie mag auf einen Beobachter sehr athletisch und körperbetont wirken. Aber im Zentrum von Ashtanga Yoga stehen weniger die Asanas als der Gebrauch der Bandhas, der Atem und die Fokussierung des Blicks (Drishti). Nach unserem Verständnis wurde Ashtanga Yoga entwickelt, um Menschen körperlich und geistig gesund zu erhalten (bzw. sie zu heilen). Die wichtigsten Elemente (die Erste und die Zweite Serie) sind "Krankheitsbehandlung" (Roga Chikitsa) und "Nervenreinigung" (Nadi Shodana). Das regelmäßige Üben dieser beiden Serien hält die Übenden jung und gesund. Es stärkt z. B. die Muskulatur und den Kreislauf, hält beweglich, löst Verspannungen, hilft beim Ausscheiden von Schadstoffen, verbessert die Konzentration, Stressresistenz, Intuition und die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Die Methode wurde vielleicht schon seit vielen Jahrhunderten mündlich überliefert. Shri K.P. Jois, der im Jahr 2006 im Alter von 91 Jahren aufgehört hat zu unterrichten und der bis zum Jahr 2009 als die höchste Autorität im Ashtanga Yoga galt, hat das Ashtanga Yoga nicht erfunden, sondern selbst von Shri Tirumalai Krishnamacharya gelernt, zuerst in Hassan, dann in dessen Yoga-Schule Sri Patanjala Yogashala im Jaganmohan Palast in Mysore. Krishnamacharya (der auch der Lehrer der berühmten Yogis B.K.S. Iyengar, T.K.V. Desikachar und Indra Devi war) hat dort nicht nur K.P. Jois dieses Yoga-System gelehrt, sondern auch Andere, beispielsweise B.N.S. Iyengar, den jetzigen Leiter der Sri Patanjala Yogashala (die Schule wurde in den 1940er Jahren geschlossen und erst vor wenigen Jahren wieder eröffnet). Der von B.N.S. Iyengar unterrichtete Stil unterscheidet sich zwar leicht von dem von K.P. Jois, ist aber trotzdem Ashtanga Yoga. Die älteste bekannte schriftliche Quelle für dieses Yoga-System ist (nach Krishnamacharya) das Manuskript "Yoga Korunta" ("Yoga-Gruppen") von Vamana Rishi, der das System auf Palmblättern beschrieben haben soll. Dieses Manuskript ist heute nicht mehr erhalten - "Die Ameisen haben es gefressen!" (K.P. Jois). Der erste "Westler", der bei K.P. Jois Ashtanga Yoga gelernt hat (die Erste und die Zweite Serie von Asanas) war 1964 der Belgier André van Lysebeth, der erste "Westler", der von K. Pattabhi Jois, Manju Pattabhi Jois und Ramesh Jois das ganze System (also alle Ashtanga Yoga Asana-Serien und Pranayama) gelernt hat, war ab 1973 der US-Amerikaner David Williams. David unterrichtete später z. B. David Swenson, Danny Paradise und Bryan Kest und brachte 1975 K. Pattabhi Jois und Manju Pattabhi Jois zum ersten Mal in die USA. David Williams, Shri K. Pattabhi Jois, Nancy Gilgoff, ungefähr 1975 Der Respekt vor einer Tradition, die vielleicht über viele Jahrhunderte überliefert wurde, ist der Grund, warum Ashtanga Yoga-Lehrende den Ablauf der Serien nicht ändern. Viele modernen Hatha-Yoga-Stile (alle "dynamischen", "Power", "Vinyasa", "Flow" etc. Stile) leiten sich aus dem Ashtanga Yoga ab. Diese Stile sind aber nicht identisch mit Ashtanga Yoga. Es gibt auch in vielen Studios Klassen, die "Ashtanga Yoga" heißen, die aber nur wenig damit zu tun haben. Und leider haben der Massenbetrieb und die Kommerzialisierung auch im "offiziellen" Ashtanga Yoga dazu geführt, dass die Ähnlichkeit mit dem, was noch in den 1970er Jahren zu finden war, nachlässt. Auch wenn die Unterschiede am Anfang nicht offensichtlich sind: Wir empfehlen das Original aus Mysore, auch wenn es von den Übenden mehr Entschlossenheit verlangt. |

| Shri Tirumalai Krishnamacharya, ungefähr 1966 |

| Die Yogaschule im Jaganmohan Palast von Mysore, ungefähr 1934 |
