Verrenkungen














Warum üben wir Ashtanga Yoga?

Aus der Abbildung von fortgeschrittenen Ashtanga Yogi(ni)s, die ihren Körper in die
unglaublichsten Stellungen bringen können, darf man nicht schließen, es gehe im
Ashtanga Yoga um das Erreichen von unnatürlichen Körperhaltungen. Die Inder, die
diese Asana- und Pranayama-Praxis entwickelt haben und die vor Jahrhunderten
alleine in abgeschiedenen Orten gelebt haben, haben nicht jahrelang geübt, um einen
Zuschauer im Zirkus zu beeindrucken. Jedenfalls glauben wir das nicht.

Ist ein besserer Lehrer, wer seine Füße auf seine Schultern bringen kann? Ist ein
besserer Yogi, wer sich angeregt durch solche Bilder gewaltsam in Asanas zwängt, für
die der eigene Körper nun einmal nicht geeignet ist, z. B. weil das Rückgrat sich über
einen bestimmten Punkt hinaus nicht biegen läßt? Das hielten wir für
Missverständnisse, bei Lehrenden wie bei Schülern.

Ihre eigene Praxis muss nicht so aussehen, weil es einen objektiven
Vergleichsmaßstab überhaupt nicht gibt (vgl. auch
Modifikationen und Dogmatismus
und die Wahrheit über Ashtanga Yoga). Es gibt hier kein "gut" oder "schlecht". Aber
es gibt ein "gesund" oder "ungesund" und ein "vernünftig" oder "unvernünftig".

    "Da die körperliche Beschaffenheit jedes Menschen anders ist, ist es wichtig,
    die Asanas entsprechend zu üben. Der Nutzen aus einem Asana oder
    Pranayama kann genausogut aus einem anderen gezogen werden, das
    besser zur Körperstruktur eines Menschen passt. Einige Asanas sind für
    bestimmte Menschen nicht geeignet und können schmerzhaft sein."
                                                             Shri K.P. Jois, Yoga Mala, S. 29 f.

Nichts gegen Schlangenmenschen - aber Sie müssen nicht so aussehen. Das
Wesentliche beim Yoga ist für die Augen unsichtbar.

Halten Sie sich fern von Lehrenden, über die bekannt ist, dass sie Schüler verletzt
haben. Fast kein Yogalehrender hat gelernt, wie man anständige Korrekturen gibt!
Fragen Sie Ihren Lehrer/Ihre Lehrerin, ob er oder sie jemals eine(n) Übende(n) verletzt
hat. Wir denken, dass die Antwort ein ehrliches
"Nein!" sein sollte.
Sowhatasana Y